Geschichtliches

Von der Gründung des Stiftes bis zur Justizanstalt - eine Zeitreise

Das Stift wurde vermutlich auf einer vorgermanischen Niederlassung erbaut. Der Name des Ortes ist aus dem keltischen subona=Gutenburg oder slawischen zupaja=Herrschaftsgebiet eines Zupans, abzuleiten. Später stand auf der Landzunge eine römische Befestigungsanlage. Im 11. Jahrhundert waren große Teile des Gebietes am unteren Inn im Besitz des Grafen von Formbach, der an dieser Stelle eine Burg mit Kirche St. Lamprecht errichtete.

Der Sage nach wurde durch die Tochter des Grafen von Formbach, Tuta, nach Errettung aus der Seenot auf dem Inn, ein Gelübde abgelegt, am Ort ihrer Rettung ein Stift zu gründen. In der Folge wurde die Burg in ein weltliches Kollegialstift umgewandelt. Tutas Gründung verfiel und der kirchliche Reformer Altmann gründete das Stift neu, beschenkte es mit Stiftungen in Kärnten, der Steiermark und in der Wachau. Er übergab es dem Domkapitel zu Salzburg und dessen Propst, um in Suben Chorherren nach den Regeln des Hl. Augustinus einzusetzen. Die ehrwürdigen Chorherren wirkten in Suben über Jahrhunderte. 1697 bis 1702 erbauten diese den heutigen Konventtrakt. Propst Ildefonso (Schalkhammer) begann 1766 die romanische Kirche abzubrechen und erbaute die heutige Kirche, jedoch verstarb er noch vor der Vollendung des Bauwerks. Durch Propst Ildefonso begonnen, vollendet durch Wilhelm III (Weber) in Pracht. Eingeweiht wurde die Kirche 1772, jedoch bereits im Jahre 1784 unter Josef II wieder aufgelöst und in eine weltliche Pfarre umgewandelt.

Im Jahre 1809 schenkte Napoleon die Gebäude des ehemaligen Stiftes dem bayrischen Fürsten Freiherr Carl Philipp von Wrede für seine treuen Dienste. 1855 erstand der Strafhausfond die Stiftsgebäude um 12.000 Gulden. Nach Durchführung der nötigen Adaptierungsarbeiten kamen im November 1856 die Schwestern zum Guten Hirten, um die Leitung der nunmehrigen Weiberstrafanstalt zu übernehmen. Mit den Schwestern übernahmen im gleichen Jahre die Franziskaner aus der Nordtiroler Provinz die seelsorgerische Betreuung der Insassen.

1865, nach zehn Jahren wurde die Weiberstrafanstalt aufgelöst, die Insassen in eine andere Anstalt verlegt und die Schwestern gingen nach Baumgartenberg nahe Linz. Suben war nun bestimmt, ein Strafhaus für Männer zu werden und nach den erforderlichen Umbauarbeiten erreichten am 08. Februar 1867 die ersten männlichen Häftlinge Suben. Im September desselben Jahres war die Zahl der Häftlinge bereits bei 501 angelangt. Die Außenbewachung oblag einer Militärwache. Um die Jahrhundertwende betrug der Gefangenenstand 310, bei einem Personalstand von 94 Bediensteten. Ein Direktor, drei Verwalter, ein Seelsorger, ein Arzt, ein Lehrer, fünf Werkmeister, 40 Wachebeamte und 42 Mann Militärwache.

1932 kam per Erlass die Umwandlung der Strafanstalt Suben in ein Arbeitshaus für Rückfallstäter.

1945, nach dem Einmarsch der US-Truppen in Suben, hielten diese die Inhaftierten für politische Gefangene und ließen diese frei. Die Gefangenen rebellierten im Ort, misshandelten das Aufsichtspersonal und es kam sogar zu einem Todesfall unter den Beamten. Erst als die Siegermächte ihren Irrtum erkannten, setzten diese dem Unwesen ein Ende.

1955 plante man bereits eine Generalsanierung, welche eine wesentliche Besserung in den Werkstätten sowie bei der Unterbringung der Insassen darstellen sollte.

1972 begann man die Werkstätten und den Küchentrakt umzubauen und im gesamten Objekt eine Zentralheizung zu installieren. Im Jahre 1975 ließ man das Arbeitshaus auf und Suben erklärte man zu einer Strafvollzugsanstalt. Von 1979 bis 1982 wurde die Sanierung weiter vorangetrieben.

1980 wurde der Spitalstrakt abgerissen und stattdessen entstanden der Neubau eines Einzelunterkunftstraktes sowie ein Verwaltungstrakt mit Besucherzone und ein Mannschaftsbereich mit Wachzimmer.