Geschichtliches

Die Justizanstalt Wien-Simmering in der Kaiser-Ebersdorfer Straße 297 ist in einem ehemaligen Jagd- und Lustschloss der Habsburger untergebracht.

Unter Kaiserin Maria Theresia wurde das Schloss 1745 in ein Armenhaus umgewidmet, später als Kaserne eines Artillerieregiments und dann als Monturdepot der Hoch- und Deutschmeister genutzt. 

1920 wurde eine Jugendstrafanstalt etabliert. Mit Inkrafttreten des Jugendgerichtsgesetzes 1929 entstand einen Erziehungsanstalt, die - mit einer Unterbrechung durch den II Weltkrieg - bis Ende 1974 bestand.


Mit Wirkung vom 01.01.1975 wurde die Bundesanstalt für Erziehungsbedürftige Kaiserebersdorf geschlossen und in eine allgemeine Strafvollzugsanstalt umgewandelt. Das dem Betrieb von derartigen Erziehungsanstalten zugrunde liegende Konzept der Anstaltsunterbringung von "erziehungsverwahrlosten" Jugendlichen, die gerichtlich strafbare Handlungen begingen, hatte sich als völlig untauglich erwiesen.


Anstaltsleiter Hofrat Mag. Rainer Gandolf forcierte in der Strafvollzugsanstalt den Wohngruppenvollzug, die Facharbeiterintensivausbildung sowie sinnvolle Freizeitgestaltung. Er initiierte Vollzugslockerungspilotprojekte und verkehrspsychologische Kurse für Straftäter, die unter Alkoholeinfluss Unfälle mit Personenschäden verschuldet hatten. Sein Nachfolger Oberdirektor Gerhard Grasser setzte diese Linie fort.

Unter Hofrat Dr. Rainer Florian, der die Einrichtung bis Mitte 2001 leitete, erfolgte die Umbenennung in "Justizanstalt Wien-Simmering" und aufgrund einer Entschließung des Nationalrates, in Wien Vorsorge für zusätzliche Haftplätze zu treffen, wurde der bestehende Altbausubstanz ein Neubau hinzugefügt.

Die Inbetriebnahme des Neubaus erfolgte im Herbst 1998 unter der Leitung von Hofrat Mag. Christian Timm. In der Justizanstalt Wien-Simmering können bis zu maximal 509 männliche Insassen untergebracht werden.