Geschichtliches

Gründung

Im Jahr 1906 trat der Verein der Hausbesitzer des 10. Wiener Gemeindebezirks an das Oberlandesgerichtspräsidium heran, um einen Neubau des Bezirksgerichts Favoriten zu erreichen. Im Jahr 1914 konnte die Übersiedlung in das neu errichtete Amtsgebäude in der Angeligasse 35 erfolgen. An das Gericht angegliedert war ein Gefangenenhaus für 200 Häftlinge.

Erneuerung

Im Jahr 1975 wurde im Zuge der "Großen Strafrechtsreform" aus dem bezirksgerichtlichen Gefangenenhaus sodann eine therapeutische Sonderanstalt mit ca. 100 Therapieplätzen für Alkohol- und Drogenabhängige in Haft. Damit wurde ein tiefgreifender Funktionswandel von einer Anstalt des Normalvollzugs hin zu einer Behandlungseinrichtung vollzogen. Seitdem haben sich Insassen mit einer richterlichen Weisung nach § 22 StGB hier einer therapeutischen Behandlung zu unterziehen. Zudem wurde mit § 68a StVG die Möglichkeit geschaffen, suchtkranken Insassen auch ohne richterlicher Weisung eine Therapie während der Haft anzubieten. In beiden Fällen kommen Therapiekonzepte zur Anwendung, die auch in der extramuralen Behandlung bewährt sind und international als "state of the art" gelten.