Zuständigkeit

Die Justizanstalt Wien-Favoriten hat einen Behandlungsauftrag für jene Straftäter, die im Zusammenhang mit dem Konsum von berauschenden Substanzen ein Delikt begangen haben und durch ein Strafgericht eingewiesen wurden (§ 22 Strafgesetzbuch). Außerdem können sich auch Strafgefangene anderer Justizanstalten auf eigenen Wunsch um eine Aufnahme  zur Suchtbehandlung bewerben (§ 68a Strafvollzugsgesetz).

Die Justizanstalt Wien-Favoriten ist international bekannt und Konzeptanstalt für viele ähnliche Therapieerinrichtungen. Zu ihren strukturellen Besonderheiten zählt, dass Substituierte nicht von den psychologischen und psychotherapeutischen Angeboten ausgeschlossen sind. Auch ist der Anteil möglicher Vollzugslockerungen und der dafür eingerichteten Abteilungen sehr hoch. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass ein Behandlungsangebot ohne Erprobungsmöglichkeiten und "Übungsfeld" gerade im Bereich der Drogentherapie zu kurz greift.

Die Insassen sind dem Prinzip der therapeutischen Gemeinschaft entsprechend in Wohngruppen untergebracht, was ihre Eigenverantwortung und Fähigkeit zur Selbstorganisation fördert. 

Es werden verschiedene Programme für drogenabhängige Insassen angeboten.

Im Alltag der Justizanstalt Wien-Favoriten ist die Arbeit der Insassen von hoher Bedeutung. Sie wird zunächst in den Betrieben der Anstalt geleistet. Etwa sechs Monate vor Haftende werden die Gefangenen den Arbeitsmarkt integriert. Im Rahmen des Freigangs arbeiten sie sodann in Unternehmen der freien Wirtschaft ebenso wie in öffentlichen Institutionen.

Die Justizanstalt Wien-Favoriten ist im Segment der Freigängerarbeit seit vielen Jahren für die Beteiligten sehr verlässlich und erfolgreich: Die Probanden bewähren sich in der Realität der Arbeitswelt und die Unternehmen erhalten gute Arbeitsleistungen zu günstigen Konditionen.