Trilaterales Justizministertreffen in Engerau: Gedenken an ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter

Gedenktafel der österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz soll an Opfer des Lagers Engerau erinnern

Presseinformation vom 29. März 2017

Justizminister Wolfgang Brandstetter traf in Bratislava-Petržalka seine slowakische Amtskollegin Lucia Žitňanská und den ungarischen Justizminister László Trocsányi. Gemeinsam enthüllten sie eine Gedenktafel, die an die hier ermordeten ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter im Lager Engerau erinnert. Nationalsozialisten haben hier bis zum März 1945 Männer gefangen gehalten, die im Rahmen des so genannten Südostwallbaues zu Sklavenarbeit missbraucht wurden. „Die abscheulichen Verbrechen der Vergangenheit mögen in Erinnerung rufen, wie schnell Recht und Gerechtigkeit in einer Gesellschaft verloren gehen können, und wie wichtig die Auseinandersetzung mit den Strukturen und Ereignissen ist, die zu einem derartigen Zustand führen können, gerade auch innerhalb der Justiz“, so Justizminister Brandstetter.

Justizminister Wolfgang Brandstetter hat dazu auch im eigenen Ressort Maßnahmen eingeleitet: „Es ist unumgänglich, dass künftig alle angehenden Staatsanwälte und Richter eine intensive Schulung zum Thema NS-Wiederbetätigung absolvieren. Bei dieser soll auch das notwendige Hintergrundwissen über den historischen Nationalsozialismus und die heutige neonazistische Szene vermittelt werden."

Seit 2000 führt die Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz „Gedenkfahrten nach Engerau“ durch. Dabei wurde eine Initiative zur Anbringung einer Gedenktafel ins Leben gerufen, um an alle Opfer des Lagers Engerau zu erinnern.

Rückfragehinweis:
Jim Lefèbre, BSc.
Pressesprecher des Bundesministers für Justiz
+43 1 52152 2313
jim.lefebre@bmj.gv.at