Justizminister Brandstetter: „Justizwachedienst ist mehr als nur Wegsperren und Verwahren“

Vizekanzler Brandstetter würdigt bei Graz-Karlau-Besuch die Arbeit der Justizwache und besichtigt mit Stadtrat Hohensinner das Ausbildungszentrum sowie die Werkstätten.

Presseinformation vom 31. Mai 2017

„Die Arbeit der Justizwachebeamten kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Täglich meistern sie im Spannungsfeld zwischen der Sicherheits- und Betreuungsleistung eine enorm wichtige Aufgabe, nämlich die Insassen auf ein Leben nach der Haft vorzubereiten. Ihre Arbeit geht weit über das Wegsperren und Verwahren hinaus. Das macht den Job ja auch so attraktiv und zeigt, dass wir für alle jene der richtige Arbeitgeber sind, die eine anspruchsvolle Herausforderung suchen“, sagt der Vizekanzler und Justizminister im Rahmen der Anstaltsbesichtigung in der Graz-Karlau mit Verweis auf die jüngste Rekrutierungsoffensive. Gemeinsam mit Stadtrat Kurt Hohensinner nutzte er zudem die Gelegenheit mit Anstaltsleiter Hofrat Dr. Josef Mock und General Josef Schmoll die Berufsanfänger der Justizwache zu begrüßen sowie die Strafvollzugsakademie als auch die Werkstätten zu besichtigen.

Die Justizanstalt Graz-Karlau verfügt über eine Aufnahmekapazität von 522 Insassen und ist primär auf die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit, die Heranführung zur Arbeit und die Möglichkeit zur Berufsausbildung seiner Insassen ausgerichtet. „Die Möglichkeit für Insassen einer Arbeit und damit auch einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen ist für die spätere Resozialisierung ungemein wichtig und wird von den Strafgefangenen gut angenommen. Zentral ist für mich auch, dass die Häftlinge in Form einer Lehre die Möglichkeit haben, sich auf die Zeit nach der Haft vorzubereiten. Bildung und Ausbildung sind der Schlüssel für die spätere gesellschaftliche Teilhabe. Die nachhaltige Reintegration hängt oft unmittelbar mit dem Faktor Arbeit und einer entsprechenden Erwerbstätigkeit zusammen“, erklärt Bildungs- und Sozialstadtrat Kurt Hohensinner bei der Besichtigung. In hauseigenen Betrieben wie der Buchbinderei, KFZ-Werkstätte, Tischlerei oder anderen Werkstätten gehen die Strafgefangenen das ganze Jahr über einer Arbeit nach. Darüber hinaus könne im klassischen dualen Ausbildungssystem in neun verschiedenen Berufen eine Lehre absolviert werden, so Brandstetter.

In puncto Prävention von Radikalisierung und Deradikalisierung in Haft sagt Vizekanzler Wolfgang Brandstetter: „Während zwischen 2002 und 2013 nur vier Personen wegen der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung in Strafhaft waren, zählen wir heute 65 Strafgefangene, die diesbezüglich inhaftiert wurden. Das zeigt, dass die Herausforderungen in diesem Bereich gestiegen sind. Die Justiz war allerdings nicht untätig, hat das Problem früh erkannt und eine Vielzahl an Maßnahmen eingeleitet. Wir halten die Kontrolle über unsere Gefängnisse“. Für die Stadt Graz und Stadtrat Kurt Hohensinner geht es im Bereich Extremismus vor allem um Prävention: „Einerseits setzen wir sehr stark in den Schulen und in der Jugend an. Hier geht es vor allem um Antirassismus- und Gewaltprävention. Genauso wichtig ist es für mich aber auch, dass wir unsere Mitarbeiter, sei es in den Justizanstalten, aber auch im Bildungsbereich, auf diese neuen Herausforderungen vorbereiten und entsprechend aus- und weiterbilden.“

Rückfragehinweis:
Jim Lefèbre, BSc.
Pressesprecher des Bundesministers für Justiz
+43 1 52152 2313
jim.lefebre@bmj.gv.at