Justizminister Brandstetter bei Gedenkfeier anlässlich der Befreiung des KZ Mauthausen

"Stets wach und sensibel bleiben!"

Pressemitteilung vom 7. Mai 2017

"Die Bedrohungsszenarien gegen die Rechtsstaatlichkeit in Europa nehmen zu. Daraus resultiert die Notwendigkeit, uns öffentlich zu unseren Werten zu bekennen und auch eine besondere Sensibilität für unsere Vergangenheit und die Lehren, die man aus ihr ziehen muss, zu entwickeln“, betonte Wolfgang Brandstetter im Rahmen der internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung des KZ Mauthausens. "Mauthausen ist ein Ort, der uns stets daran erinnern sollte, wie schnell Recht und Freiheit in einer Gesellschaft verloren gehen können. Wir müssen stets wach und sensibel bleiben. Ich begrüße jede Initiative im Kampf gegen Hetze, insbesondere auch die Einrichtung einer Meldestelle für Hasspostings im Internet. Wir haben gemeinsam noch vieles vor im Kampf gegen gefährliche radikale Tendenzen", so der Justizminister.

Das KZ Mauthausen war von 1938 bis 1945 Mittelpunkt eines Systems von mehr als 40 Außenlagern und der zentrale Ort politischer, sozialer und rassistischer Verfolgung durch das NS-Regime auf österreichischem Territorium. Von den insgesamt etwa 190.000 hier inhaftierten Personen wurden mindestens 90.000 getötet. Heute ist die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ein internationaler Ort der Erinnerung und der historisch-politischen Bildung. Anlässlich des Jahrestages der Befreiung auf dem Gelände des ehemaligen KZ Mauthausen finden seit 1947 Gedenkfeiern statt, um an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors zu gedenken, und zu erinnern faschistoiden, antidemokratischen oder rassistischen Tendenzen sofort entgegenzutreten.

„Viele Wunden aus der Kriegszeit blieben und bleiben. Die Erinnerung daran nie verblassen zu lassen, ist die Aufgabe der jetzigen und auch künftiger Generationen, damit die Jugend immunisiert wird gegen den bösen Virus gefährlichen totalitären Gedankenguts. Die Initiativen des Mauthausen Komitees sind daher höchst verdienstvoll“, unterstrich Wolfgang Brandstetter.

Rückfragehinweis:
Jim Lefèbre, BSc.
Pressesprecher des Bundesministers für Justiz
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