Oberster Gerichtshof unter neuer Leitung

Festakt zur Amtseinführung der Präsidentin des Obersten Gerichtshofs (OGH) Dr. Elisabeth Lovrek mit Bundesminister Dr. Josef Moser

Heute Dienstag, den 2. Oktober 2018, übernahm Hon.-Prof. Dr. Elisabeth Lovrek nun auch offiziell das Amt der Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Österreichs höchster Instanz in Zivil- und Strafrechtssachen. Lovrek trat bereits im Juli die Leitung des OGH an und folgte damit Hon.-Prof. Dr. Eckart Ratz, der die Behörde seit 2012 führte und Ende Juni 2018 in den Ruhestand trat, nach. 

Dr. Lovrek startete ihre Richterkarriere 1987 am Bezirksgericht Innere Stadt Wien und war ab 1990 für acht Jahre Richterin am Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien. Nach einem Wechsel an das Oberlandesgericht Wien wurde sie 2003 zur Hofrätin am Obersten Gerichtshof ernannt. Im Jahr 2015 folgte die Bestellung zur Vizepräsidentin. Nach Dr. Irmgard Griss ist Lovrek nun die zweite Frau, die dem Obersten Gerichtshof vorsteht.

Im Rahmen der hochkarätig besuchten Veranstaltung gratulierten Mag. Sabine Matejka, Präsidentin der Richtervereinigung, und Generalprokurator Dr. Franz Plöchl. Reform- und Justizminister Moser überreichte der neuen Präsidentin das Dekret und fand lobende Worte: „Dr. Lovrek ist eine unbestrittene Expertin im Bereich der Zivilgerichtsbarkeit. Aufgrund ihrer Erfahrungen in der Rechtsprechung seit über 30 Jahren und ihrer reichhaltigen Tätigkeit im wissenschaftlichen Bereich zählt sie zu den profiliertesten Persönlichkeiten der österreichischen Justiz. Ihre zupackende und tatkräftige Leitungstätigkeit ist sowohl in der Rechtsprechung als auch in der Justizverwaltung allseits anerkannt. Dank ihrer hervorragenden Vernetzung in der Fachöffentlichkeit sowie ihrer bewundernswerten kommunikativen Fähigkeiten eignet sie sich in herausragender Weise dafür, Menschen für ihre Ziele zu begeistern und sinnvolle Netzwerke zu bilden. Ich gratuliere ihr herzlich und wünsche ihr für diese verantwortungsvolle Aufgabe weiterhin viel Erfolg!“

Der heutige Festakt, der musikalisch vom Duo Court Brass umrahmt wurde, galt auch der Verabschiedung des in den Ruhestand getretenen Präsidenten Hon.-Prof. Dr. Eckart Ratz. Bundesminister Moser dankte Dr. Ratz für seinen langjährigen Einsatz und sein unermüdliches Engagement und betonte dessen prägenden Einfluss auf die strafgerichtliche Rechtsprechung und Lehre der letzten Jahrzehnte: „Dr. Ratz ist ein messerscharfer Analytiker und Freund klarer Worte. Er hat durch seine Arbeit als Wissenschaftler und als Richter geradezu eine neue und mit Vehemenz propagierte Schule des Strafrechts begründet und die gesamte strafrechtliche Judikatur wie kaum einer vor ihm insbesondere auch methodisch geprägt.“