Vorsorgevollmacht

Eine Vorsorgevollmacht ist eine vorsorglich eingeräumte Vollmacht, wer für den Fall des Verlusts der Entscheidungsfähigkeit für die darin vorgesehenen Angelegenheiten bevollmächtigt werden soll. Sie ist eine von vier Möglichkeiten der gesetzlichen Vertretung erwachsener Personen für den Fall des Verlusts der Handlungsfähigkeit (Erwachsenenschutzrecht). Die Vorsorgevollmacht wird im Zeitpunkt der vollen Entscheidungsfähigkeit errichtet und soll erst zu einem späteren Zeitpunkt (nach Eintritt des Vorsorgefalls, also wenn die betreffende Person nicht mehr entscheidungsfähig ist) wirksam werden.

Für die Errichtung einer Vorsorgevollmacht ist eine bestimmte Form vorgesehen: Diese muss schriftlich und höchstpersönlich vor einem Notar/einer Notarin, einem Rechtsanwalt/einer Rechtsanwältin oder in einfachen Fällen bei einem Erwachsenenschutzverein aufgesetzt werden. Die Vorsorgevollmacht und der Eintritt des Vorsorgefalls müssen zu ihrer Wirksamkeit außerdem in einem zentralen Register, im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) registriert werden.

Die Vorsorgevollmacht ist ab Eintragung des Eintritts des Vorsorgefalls im ÖZVV gültig, also sobald die Person die Entscheidungsfähigkeit für die von der Vorsorgevollmacht umfassten Angelegenheiten verliert (zum Beispiel wegen fortgeschrittener Demenz, Koma). Die Vollmacht kann so wie jede andere Vollmacht jederzeit widerrufen werden. Der Widerruf muss eingetragen werden.


Weitere Infos zur Vorsorgevollmacht und zum Erwachsenenschutzrecht finden Sie unter www.justiz.gv.at/erwachsenenschutz.