Geschichtliches

Das Schwazer Gerichtsgebäude ist historisch besonders interessant:

1484 wurde das Haus „im Markt“ vom Bergrichter Hans Fabian gekauft. 1518 erfolgte der Ankauf des Nebenhauses zwecks Erweiterung des Gerichtes. Im Gebäude amtierten das Berg- und das Landgericht, weshalb das Haus zwei getrennte Eingangstore und zwei Treppentürme aufwies und ursprünglich – wie die Liebfrauenkirche in Schwaz – in der Mitte geteilt war. Hier fanden 1490, 1506 und 1510 die großen Bergsynoden der österreichischen Lande statt. Noch 1559 lagerten dort 450 lange Spieße, 151 Hellebarden und vier Fahnen des Aufgebotes der Bergknappen.

Das Gerichtshaus bot einen ansitzartigen Eindruck, da die beiden Treppentürme wie Burgtürme über das Dach hinausragten. Über den beiden Eingangsportalen befanden sich dreikantige Erker. Das Erdgeschoss wies einen gewölbten Raum, der spätgotische Fresken (Blattranken) und Stuckrippen enthielt, auf. Nach Süden schloss ein kapellenartiger Bau an, der im 16. Jahrhundert als Meistersingersaal benützt wurde und später als Hauskapelle diente. Er wurde 1944 durch Bombenwurf zerstört.

Von der alten Bausubstanz ist allerdings seit dem Umbau 1961 nicht mehr viel übrig. Erhalten blieben lediglich ein Treppenturm und die auf drei Rundsäulen ruhende offene Halle an der Südseite, die seit dem gelungenen Umbau 1997/1998 den Seminar- und Sozialraum des Gerichtes bildet.