Geschichtliches

Der heutige Sitz des Bezirksgerichts Reutte war um 1600 bereits unter dem Namen „Ehrenheim“ bekannt und stand damals im Eigentum der Familie Klainhanns. Es war einer der wenigen Steinbauten im Ort und beherrschte durch seine imponierende Höhe den Mittelmarkt.

„Ehrenheim“ wird erstmals urkundlich genannt, als 1602 der Hauptmann Burkart Laymann zu Liebenau das Haus von den Edlen von Klainhanns erkaufte. Im selben Jahr wurde Laymann von Kaiser Rudolf II. zum Pfleger von Ehrenberg bestellt. Mit landesfürstlicher Genehmigung verlegte Laymann 1606 die Pflegschaft vom Schloss Ehrenberg in seinen Wohnsitz Ehrenheim, bald folgte auch das Richteramt diesem Beispiel.

Das Geschlecht der Laymann ist seit 1691 in Tirol verschollen. Ehrenheim wurde in der Folge landesfürstlicher Besitz.

Während der Bayernherrschaft in Tirol von 1806 bis 1814 bestand in Reutte ein „Vereintes Bayerisches Landgericht Reutte“.

Nach der Trennung von Verwaltung und Gericht durch die Verfassung von 1849 bzw. 1867 blieben beide Bezirksbehörden noch unter einem Dach vereint. Erst im Jahre 1938 übersiedelte die Bezirkshauptmannschaft. Das alte „Ehrenheim“ hat im Fortgang der Geschichte seinen Eigennamen eingebüßt.

Wie schon im Jahr 1610 kam es im Dezember 1931 zu einem Brand im Gerichtsgebäude in Reutte. Dieser hatte die Zerstörung des Dachstuhls und des Obergeschosses zur Folge.

In den Jahren 1992 bis 1995 wurde das Bezirksgericht Reutte unter weitgehender Erhaltung der denkmalwürdigen Bauteile generalsaniert.