Geschichtliches

Bereits 1890 wurde vom Bürgermeister Josef MARESCH der Wunsch geäußert, in der Gemeinde Liesing ein Bezirksgericht zu etablieren.

1896 stellte die Gemeindevertretung den Bauplatz für das Bezirksgericht unentgeltlich zur Verfügung.

Der Bau wurde in den Jahren 1902 und 1903 errichtet. Ab 1.1.1904 waren im Gebäude sowohl das Bezirksgericht als auch des Steueramt Liesing untergebracht. Das Gebäude war mit drei Dienerwohnungen, einer Desinfektionskammer, einer Waschküche sowie 22 Gefangenenzellen ausgestattet.

Der Gerichtssprengel umfasste auch die umliegenden Gemeinden Perchtoldsdorf, Kaltenleutgeben, Vösendorf, Breitenfurt und Laab im Walde. Anlässlich der Eröffnung am 7.2.1904 schrieb der Liesinger Bezirksbote, dass sich „das hübsche Gebäude auf das Vorteilhafteste präsentiere“.

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Nachdem Liesing im Jahre 1938 in den Verwaltungsbereich der Stadt Wien eingegliedert worden war, verlor der bestehende Zellentrakt weitgehend seine Funktion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Zellentrakt abgerissen und an seiner Stelle das Bezirkspolizeikommissariat Liesing errichtet.

Gerichtsvorsteher Hofrat Dr. Reinhard FIRLINGER (2006) bemühte sich ab 1992 um einen Aus- und Umbau des Gerichtsgebäudes. Die Planung eines Zubaus und des Dachbodenausbaus begann 1995.

Im Jahr 1998 wurden schließlich die Generalsanierung und die Erweiterung des Bezirksgerichtes Liesing begonnen. Dabei wurde auf die Erhaltung der vorhandenen Lichtverhältnisse der Aufschließungsgänge allergrößten Wert gelegt. Zwei „Lichtbrunnen“ die von Lichtkuppeln im Dach gespeist werden, bringen - verstärkt durch Scheinwerfer - die gewünschte Lichtmenge bis ins Erdgeschoß und verhindern so einen trübselig-grauen Eindruck.

Im Dezember 2000 wurde die Gesamtfertigstellung abgeschlossen, am 30.1.2001 wurde das generalsanierte und erweiterte Gerichtsgebäude feierlich eröffnet.