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Großes Medieninteresse am Pressegespräch des Landesgerichts Klagenfurt

Das Landesgericht Klagenfurt lud am 4. Februar zu einem Pressegespräch. Das Präsidium zog dabei Bilanz über das vergangene Jahr und lieferte einen Ausblick auf kommende Vorhaben und Herausforderungen.
Fernsehen, Radio, Tageszeitungen, Nachrichtenagenturen: Journalistinnen und Journalisten der größten Kärntner Medien versammelten sich am Mittwoch, 4. Februar, im Zimmer 418 des Landesgerichts Klagenfurt für ein Pressegespräch. Der Präsident des Landesgerichts Klagenfurt, Mag. Manfred Herrnhofer, Vizepräsidentin MMag.a Ruth Leitold-Stadlmann und Vizepräsident Dr. Wilhelm Waldner gaben Einblicke in die Arbeit der Kärntner Justiz und lieferten einen Ausblick auf kommende Vorhaben und Herausforderungen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Christian Liebhauser-Karl, Leiter der Medienstelle am Landesgericht.

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Informierten die Medien: Ruth Leitold-Stadlmann, Wilhelm Waldner, Manfred Herrnhofer und Christian Liebhauser-Karl. Foto: Macher

"Eine funktionierende Gerichtsbarkeit ist das Fundament eines Rechtsstaats. Wir arbeiten mit den Menschen und für die Menschen", sagte Präsident Herrnhofer einleitend. Er zog Bilanz über das abgelaufene Jahr. So wurden 2025 am Landesgericht Klagenfurt unter anderem 22.316 Firmenbuchverfahren erledigt, in Sozialrechtssachen lag die Zahl bei 2906, in Zivilverfahren bei 1562 und in Hauptverhandlungssachen bei 1250. An den Kärntner Bezirksgerichten wurden im Vorjahr unter anderem 50.503 Exekutionsverfahren, 42.022 Grundbuchssachen und 21.463 Mahnverfahren abgewickelt.

"Das zeigt die Vielfältigkeit und den Umfang unserer Tätigkeit. Nahezu alle Lebensbereiche sind betroffen, täglich geht es um Entscheidungen, die teilweise existenziell sind", sagte Mag. Herrnhofer. Strafverfahren würden am Landesgericht im Schnitt vier Monate dauern, Zivilverfahren 17 Monate. 90 Prozent der Verfahren würden in erster Instanz rechtskräftig erledigt werden. Das seien gute Werte, die nur mit hohem personellen Einsatz erreicht werden können: "Wir arbeiten am Anschlag. Die personelle Decke ist sehr dünn", gab der Präsident zu bedenken.

"Wir wollen die Besten fördern"

Vizepräsident Waldner ging auf die vielfältige und umfangreiche Ausbildung der Rechtspraktikant:innen und Richteramtsanwärter:innen ein: "Ein Schwerpunkt liegt hier auch auf der sozialen Kompetenz - in fachlicher sowie in persönlicher Hinsicht." Geplant sei auch ein Exzellenzprogramm am Landesgericht: "Damit wollen wir die Besten fördern."

Vizepräsidentin Leitold-Stadlmann betonte wiederum die Wichtigkeit von Sachverständigen und Dolmetscher:innen für den Ablauf von Gerichtsverfahren: "Ihre Expertise wird für ein faires Verfahren gebraucht." Insgesamt 600 Sachverständige gebe es in Kärnten. Darunter 117 aus dem Bereich Immobilien, 98 aus dem Bauwesen und 88 aus dem Bereich Medizin. 38 Gerichtsdolmetscher:innen seien in Kärnten gelistet. Davon allein neun für die slowenische Sprache.

Generalsanierung geplant

Eine funktionierende Gerichtsbarkeit brauche auch eine funktionierende Infrastruktur, machte Präsident Herrnhofer im Pressegespräch mehrfach deutlich. Er verwies auf die geplante Generalsanierung des Landesgerichts für das aktuell noch die Finanzierungszusage fehle: "Es besteht Handlungsbedarf. Dieses Gebäude ist an die Grenze seiner Funktionsfähigkeit gekommen."

Mit Fragen und Fotos endete das Pressegespräch am Landesgericht. Das große Echo auf die Veranstaltung zeigte sich teils noch am selben Tag in der umfangreichen Berichterstattung in regionalen und überregionalen Medien.