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Maßnahmenvollzug gemäß § 21/1 StGB

Die Justizanstalt Göllersdorf ist für zurechnungsunfähige geistig abnorme Rechtsbrecher (§ 21/1 StGB) zuständig.

Unter diese Gruppe fallen Personen, die eine mit mehr als einem Jahr Freiheitsstrafe bedrohte Tat begangen haben und nicht bestraft werden können, weil sie die Tat unter dem Einfluss eines Zurechnungsfähigkeit ausschließenden Zustandes begangen haben, der auf einer geistigen oder seelischen Abartigkeit höheren Grades beruht. Weitere Voraussetzung ist, dass nach ihrer Person, nach ihrem Zustand und nach der Art der Tat zu befürchten ist, dass sie sonst unter dem Einfluss ihrer geistigen oder seelischen Abartigkeit eine mit Strafe bedrohte Handlung mit schweren Folgen begehen werden. Der Zweck der Maßnahme liegt demnach nicht in der Bestrafung des Täters, sonder in der Reduktion der Gefährlichkeit des Täters für die Zukunft.

Die Unterbringung erfolgt im Wohngruppenvollzug, mit Ausnahme der Akutstation, welche für Aufnahme von Neuzugängen, für eventuell erforderliche Akutinterventionen bei auf den Wohnstationen untergebrachten Patienten und zur kurzfristigen Behandlung von Insassen anderer Justizanstalten dient.

In der Justizanstalt Göllersdorf gibt es sieben Wohngruppen für Untergebrachte und eine Wohngruppe für Strafgefangene. In den einzelnen Wohngruppen wird versucht, durch milieutherapeutische Maßnahmen und einen strukturierten Tagesablauf eine weitgehende Selbstständigkeit der Untergebrachten zu erreichen.