Vereinsvertretung

Für volljährige Personen, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer vergleichbaren Beeinträchtigung in ihrer Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt sind und deshalb nicht (mehr) in der Lage sind, ihre Angelegenheiten ohne Gefahr eines Nachteils für sich selbst zu erledigen, hat das Gericht eine gerichtliche Erwachsenenvertreter/einen gerichtlichen Erwachsenenvertreter zu bestellen, wenn die Person keinen Vertreter mehr selbst wählen kann und die gesetzliche Erwachsenenvertretung (durch Angehörige) nicht in Betracht kommt.

Wer zur gerichtlichen Erwachsenenvertreter/zum gerichtlichen Erwachsenenvertreter bestellt wird, entscheidet das Gericht, wobei das Wohl der vom Verfahren betroffenen Person im Vordergrund steht. Neben in einer Erwachsenenvertreter-Verfügung genannten Personen, nahestehenden Personen und Vertreter/innen der Rechtsberufe kommen auch Erwachsenenschutzvereine als Vertreter/innen in Betracht.

Die nach dem Erwachsenenschutzvereinsgesetz anerkannten Vereine übernehmen gerichtliche Erwachsenenvertretungen – nach Maßgabe ihrer Kapazitäten – vor allem für Personen, die eine besonders qualifizierte professionelle Betreuung und Vertretung benötigen. Die Vereine betrauen je nach Lage des Falles hauptberufliche oder ehrenamtlich tätige Mitarbeiter/innen mit der gerichtlichen Erwachsenenvertretung. Diese sind besonders ausgebildet, unabhängig und zur Verschwiegenheit verpflichtet und unterliegen einer strengen Qualitätssicherung durch die fachliche Leitung des Vereins.


Weitere Infos zur Vereinsvertretung und zum Erwachsenenschutzrecht finden Sie unter www.justiz.gv.at/erwachsenenschutz.