Strafvollzug

Der Straf- und Maßnahmenvollzug in Österreich fällt in die Zuständigkeit des Bundes. Dem Bundesministerium für Justiz obliegt als oberste Vollzugsbehörde die strategische Planung und Steuerung sowie die oberste Leitung des Straf- und Maßnahmenvollzugs. Zur Unterstützung und Beratung des Bundesministers für Justiz ist im Bundesministerium für Justiz eine eigene Abteilung für den Strafvollzug eingerichtet.

Die Vollzugsdirektion ist eine dem Bundesministerium für Justiz nachgeordnete Dienstbehörde. Ihre Zuständigkeit liegt in der operativen Steuerung des österreichischen Strafvollzugs. Die Vollzugsdirektion ist Vollzugsoberbehörde im Sinne des Strafvollzugsgesetzes.

Die Leiterinnen und Leiter der Justizanstalten sind Vollzugsbehörden erster Instanz. Ihnen obliegt die Aufsicht über den Strafvollzug in der ihnen unterstellten Anstalt sowie die Entscheidung über Beschwerden gegen Strafvollzugsbedienstete oder deren Anordnungen. Ebenfalls der Vollzugsdirektion direkt unterstellt sind die Strafvollzugsakademie als zentrale Einrichtung für die Aus- und Fortbildung des im Strafvollzug tätigen Personals sowie die Wiener Jugendgerichtshilfe.

In den 27 österreichischen Justizanstalten (Gefängnissen) samt deren 12 Außenstellen wurden in den letzten Jahren durchschnittlich mehr als 8.800 Personen angehalten. Diese setzen sich zusammen aus Untersuchungshäftlingen, Strafgefangenen und Personen, die in einer vorbeugenden Maßnahme untergebracht waren (Untergebrachte).

Der Vollzug von Freiheitsstrafen hat zum Ziel, die Gemeinschaft zu schützen und dem Straftäter zu einer rechtschaffenen Lebenseinstellung zu verhelfen. Freiheitsstrafen sollen dem Täter darüber hinaus das Unrecht seiner Handlung bewusst machen und als Prävention andere Bürger daran hindern, ähnliche Straftaten zu begehen. Eine Reintegration des Straftäters in die Gesellschaft ist dabei immer das oberste Ziel des Strafvollzugs.