In einer Presseaussendung am
Silvestertag übte Justizministerin Claudia Bandion-Ortner scharfe Kritik an
Beamtenministerin Heinisch-Hosek. Diese hatte dem Wunsch nach mehr Personal in
einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" eine Absage erteilt und
der Justiz empfohlen, auf "Leiharbeitskräfte" zurückzugreifen.
„Wenn Heinisch-Hosek darauf
hinweist, dass eine Überführung von Beschäftigten der Post oder Telekom in die
Justiz nicht in Frage kommt, weil man das nur ausnahmsweise im Interesse der
Sicherheit für die Polizei gemacht hat, ist das kurzsichtig“, so Bandion-Ortner.
Denn für die innere Sicherheit
Österreichs sei auch eine effiziente Arbeit der Justiz von Nöten: „Was nützen mir mehr Anzeigen und Festnahmen, wenn
gleichzeitig das Personal für die Rechtssprechung fehlt? Es braucht ein
ausgeglichenes Kräfteverhältnis und einen geschlossenen Kreislauf zwischen den
Behörden“, so die Justizministerin.
Die vor kurzem abgeschlossene Personalanforderungsrechnung PAR II bei den
Richtern und Staatsanwälten stelle zusätzlich eindrucksvoll unter Beweis, dass
die österreichische Justiz auch in diesem Bereich Personal benötige. „In diesem
Zusammenhang von Leiharbeitskräften zu reden ist eigentlich ein Affront gegen
den Berufsstand der Richter und Staatsanwälte“, so Bandion-Ortner. Denn das man
deren Aufgaben ohne einschlägiges Studium und ohne einschlägige Ausbildung
übernehmen könne sei schlicht undenkbar: „Man wird ja nicht per
Schnellsiedekurs zum Staatsanwalt, Frau Kollegin Heinisch-Hosek“, so Bandion-Ortner
an die Adresse der Beamtenministerin.
Bezüglich des nichtrichterlichen Personals erinnerte Bandion-Ortner daran,
dass das Bundesministerium für Justiz bereits vor geraumer Zeit ein Konzept für
die Integration von Post- und Telekombediensteten in den Justizbetrieb erstellt
und dieses der Beamtenministerin übermittelt habe „Darin ist neben den in
Betracht kommenden Aufgaben, den erforderlichen Kapazitäten sowie den
allgemeinen Rahmenbedingungen einer Verwendung auch festgehalten, dass das diesbezügliche
Basiswissen aufgrund modernster Grundausbildungsangebote schnell erworben
werden kann."
„Ich darf Kollegin Heinisch-Hosek abschließend
daran erinnern, dass Bundeskanzler Faymann in seiner Rede vor wenigen Wochen
die Stärkung der Justiz als wichtiges Ziel genannt hat und wünsche ihr einen
realistischen Rutsch ins Jahr 2010“, so Bandion-Ortner abschließend.
Rückfragehinweis: Mag. Paul Hefelle, Pressesprecher